SvD

Jun 112018
 

Achtung: UPDATE vom 03.08.2018

Die Beschwerde hatte Erfolg!
Der B-Plan muss erneut ausgelegt werden.
Dies erfolgt laut Amtsblatt vom 6.8.2018 bis zum 10.09.2018

Alle Bürgerinnen und Bürger haben also erneut (auch die, die schon eine Einwendung geschrieben haben) die Gelegenheit, sich die Unterlagen beim Amt Schönberger Land als PDF herunterladen. Diesmal sollten die PDF ausdruckbar sein und der Text kopierbar.

Somit wird die Formulierung einer Einwendung einfacher und substantiierter.

 

Achtung: UPDATE vom 22.06.2018

Der B-Plan wurde wie bekannt im Amt Schönberger Land ausgelegt und online als PDF zur Verfügung gestellt. Die PDF Dokumente konnten aber weder ausgedruckt noch konnten einzelne Passagen herauskopiert werden. Wenn man dabei bedenkt, dass eines der Dokumente z.B. 1,5 m x 90 cm groß ist, ist das nur bürgerfeindlich zu nennen.
Unser beauftragter Sachverständige Klaus Koch beschwerte sich am letzten Tag der Auslegung darüber nicht nur im Amt, sondern auch bei der Landesbeauftragten für Datenschutz und Information des Landes MV. Nach deren Intervention wurden Herrn Koch die PDF Dokumente ausdruckbar und kopierbar zur Verfügung gestellt.

Dies stellte eine massive Ungleichbehandlung nach Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes dar und es ist unserer Meinung nach notwendig, dass die Auslegung erneut bekannt gegeben und für alle gleich durchgeführt werden muss.

Dies böte Gelegenheit für alle, genauere Einwendungen zur erstellen und sich in Ruhe die Pläne anzusehen.

Leider stellen sich die geplanten Neuanlagen viel gravierender dar, als öffentlich bekannt gemacht wurde. Das Gebiet für Abfallneuanlagen ist auch viel umfangreicher, als in unserer Veranstaltung von der Geschäftsführerin der IAG erklärt, da es nicht nur das neue Gewerbegebiet mit ca. 8ha, sondern eben auch das jetzige Betriebsgelände der IAG umfasst, auf dem ebenfalls Anlagen neu geplant werden.

Eine Betrachtung der Umweltauswirkungen dieser Anlagen existiert überhaupt nicht.

Detailierte Ausführungen dazu finden Sie in unserer Einwendung, die Sie nach inhaltlicher Prüfung gerne als Vorlage oder Muster verwenden können.

Wie angekündigt, fand heute mit dem Referenten Klaus Koch vom Umweltnetzwerk unsere Infoveranstaltung zum B-Plan Deponie, dessen Folge das wohl größte Müllgebiet Deutschlands ist.

Wir stellen hier den Vortrag vom Abfallexperten wie versprochen online:

Einmal Abfall – immer Abfall

Wir denken, der Abend hat viele Argumente für Einwendungen aufgezeigt.

 Veröffentlicht von am 22:21
Apr 142018
 

Am 6.4.2018 veröffentlichte die Schweriner Volkszeitung einen Bericht, dass 2 Augenzeugen Auffälligkeiten an einem Bach, der aus Richtung Deponie durch Selmsdorf fließt, beobachtet hätten: Schaumbildung und einen starken Geruch nach Chemikalien. Einer der beiden Bürger sprach von Sickerwassergeruch.

Nach der Meldung an die Gemeinde wurde 2(!) Tage später der Bach beprobt und wies keine Auffälligkeiten auf, wobei auch in mindesten 1 Probe anthropogene Einflüsse (nicht natürliche) gefunden wurden. Der Summenparameter für chlorierte Kohlenwasserstoffe AOX und in Spuren PCB (Polychlorierte Biphenyle: künstlich hergestellte chlorierte Kohlenwasserstoffe).

Die genauen Analyseergebnisse hat die Deponie auf Ihrer Webseite veröffentlicht.

Wir haben dazu eine Pressemitteilung verfasst, die als PDF verfügbar ist.

Presseerklärung_11_4_18

 Veröffentlicht von am 17:37
Apr 142018
 

Wir haben ja über das aus der Deponie Ihlenberg austretende Tritium bereits ausführlich berichtet. Allein die Bürgerinitiative hat dafür gesorgt, dass überhaupt Untersuchungen auf radioaktive Stoffe gemacht wurden.

In der Ostseezeitung erschien am 10.02.2017 ein Artikel zu einem von der Deponie in Auftrag gegebenes radioökologisches Gutachten. Kurz zusammengefasst: es gehe keinerlei Gefahr für Umwelt und Natur von diesem radioaktiven Stoff aus.

Unsere Einschätzung zu diesem Artikel:

  1. Richtigstellung:
    Die Aussage, dass die BI behauptet hätte, die Werte des aus der Deponie kommenden radioaktiven Tritiums lägen unter der natürlichen Strahlung, ist falsch!
    Die BI Stoppt die Deponie Schönberg e.V. vertritt entgegen der Aussage in dem Artikel nicht die Ansicht, dass das Tritium von der Deponie weit unter der natürlich vorkommenden Strahlung liegt, was auch falsch wäre, sie liegt nur unterhalb der sog. Freigabegrenzen der derzeitig gültigen Strahlenschutzverordnung, aber vielfach über der natürlichen Tritium Belastung von Oberflächengewässern, die dort bei ca. 2-4 Bq/l liegt.
  2. Die in vorliegender Erklärung genannten Quellen fußen auf den Studien und Erkenntnissen von Wissenschaftlern, die sich allein dem Schutz und der Gesundheit von Mensch und Umwelt verpflichtet fühlen. Das sollte auch für die hier lebenden Menschen der alleinige Maßstab für eine Bewertung sein.Außerdem halten wir bei der Abschätzung von Gesundheitsgefahren Mediziner und Biologen kompetenter als Physiker.
    Quellen:

    1. „ Prof. Dr. med. Hoffmann (Universität Greifswald): «Auch gibt es keine Dosis, die keinen Krebs auslöst – jede auch noch so geringe Dosis kann Krebs verursachen.» Das hängt mit den Reparaturfähigkeiten der Zellen zusammen, wie Hoffmann erklärte:
      Zellen, die durch Strahlung beschädigt worden sind, reparieren sich selbst – nur reparieren sie sich manchmal falsch, wodurch das Erbgut der Zelle falsch zusammengebaut wird und sie zu wuchern beginnen kann. Selbst winzigste Strahlendosen vermögen diesen Prozess auszulösen.“1
    2. Reinhold Thiel, Vorstandsvorsitzender „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs – Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. :
      „Im Strahlenschutz muss jetzt endlich der veraltete „Reference-Man“ durch einen aktualisierten „Reference-Embryo“ ersetzt werden. Nur so werden unsere Kinder geschützt und nicht die Betreiber der Atomkraftwerke“2
    3. Umweltinstitut Münschen: „Oft wird auch von der natürlichen Radioaktivität gesprochen, die überall ist. Diese ist aber nicht überall gleich und bei höherer natürlicher Hintergrundstrahlung ist auch die Krebsrate höher und dies gerade bei Kindern“3
      Auch und gerade um Kinder und Embryonen zu schützen, darf es überhaupt keine Freigrenzen für radioaktive Stoffe geben!
    4. BUND (Prof.Hoffmann u.w.): Grundsätzlich widerspricht die Freigaberegelung den Prinzipien des Strahlenschutzes, wonach jegliche zusätzliche und vermeidbare Strahlenbelastung zu unterlassen ist (Minimierungsgebot der Strahlenschutzverordnung). In unvermeidbaren Fällen, z. B. in der medizinischen Diagnostik oder beim Flugverkehr bedarf es hierzu einer Rechtfertigung und darüber hinaus immer einer Minimierung der Strahlendosen. Diese Rechtfertigung liegt bei der Freigabe von Atommüll aus dem Abriss von Atomkraftwerken nicht vor – ein Alternativenvergleich erfolgt regelhaft nicht. Auch gemäß dem Grundgesetz ist zum Schutz von Leben und Gesundheit jegliche Freisetzung von gesundheitsgefährdenden Stoffen so gering wie möglich zu halten. Im Falle der Freigabe haben mögliche Betroffene durch die Nicht-Deklaration keine Information über mögliche und
      tatsächliche Strahlendosen, so dass eine Kontrolle der Ausbreitung der radioaktiven Stoffe und passive oder aktive Schutzmaßnahmen nicht möglich sind. Durch die Art des (erlaubten) Umgangs mit freigemessenem Abfall ist eine Rückholbarkeit nicht möglich.4
  3. So gut es ist, dass die IAG ein radiologisches Gutachten in Auftrag gegeben hat, so sind dennoch folgende Kritikpunkte angebracht.
    1. Das radiologische Gutachten der IAG stützt seine These zur Beurteilung der des radioaktiven Tritiums auf die Strahlenschutzverordnung.
    2. Diese entspricht nicht dem Stand der Wissenschaft, sondern den Erkenntnissen der 70er, 80er Jahre des 20. Jhdt. Es gibt auch keinen Hinweis auf wissenschaftliche europäische Forschungsergebnisse, die die Grenzwerte für Tritium um das 2000-5000fache zu hoch halten5 und dass es Staaten gibt, (Kalifornien und Colorado) die unter 20 bq/l Tritium als Grenzwert für Trinkwasser anstreben.6
    3. So führt der Gutachter Grenzwerte für „verträgliche“ Dosen an radioaktiver Strahlung an, die nach wissenschaftlicher Meinung um das 10-fache zu hoch liegen.7
    4. Außerdem wird für die angeblich verträgliche Strahlendosis der Strahlenschutzverordnung ein gesunder erwachsener Mann als Referenz herangezogen. „Referenceman = 30 Jahre Alter gesunder Mann. Die Ärzte wissen schon lange,dass Kinder und Senioren z.B. Medikamente anders vertragen. Und es hat seinen Grund, weshalb Schwangere möglichst gar keine Medikamente nehmen sollen. Insofern ist es nur logisch und überfällig, dass der Strahlenschutz auf Embryos ausgerichtet sein muss.
    5. Auf der Abbildung 3.-2 des Gutachtens der IAG und auch im Text (Seite 16) wird eine Prognose geliefert, wie weit der Tritiumgehalt bis 2020 abnehmen wird, leider wird aber keine Überlegung angestellt, wie hoch der Tritiumgehalt in der Vergangenheit gewesen ist.
    6. Es ist wahrscheinlich, dass z.B. 2009 durchaus eine Verdopplung der Belastung auf über 1000 bq/l denkbar wäre.
    7. Hier hätte eine Betrachtung erfolgen können, wie hoch die Belastungen der abfließenden Gewässern in der Vergangenheit hätten sein können.
    8. Wünschenswert wäre es gewesen, dass z.B. Fische aus dem Oberteich, der ja einen höheren Tritiumgehalt aufweist (2013 mehr als 15fach über dem Wert, den der Rupensdorfer Bach vor der Einleitung des Deponiezuflusses hat).
    9. So wurde z.B. in England in einem Gewässer, das 100 bq/l Tritiumgehalt hatte, in Fischen und Muscheln ein Gehalt von bis zu 37800 bq/ pro Kilogramm gemessen.8
    10. Gerade der Oberteich in Schönberg hätte eine eingehendere Betrachtung verdient, hat er doch einen höheren Tritiumgehalt als sein Zulauf. Dies könnte z.B. auch die These der BI belegen, dass es weitere von der IAG nicht beprobte Zuläufe geben könnte.
    11. Ebenso hilfreich wäre es gewesen, erlegte Wildtiere, die die Bäche rund um den Ihlenberg als Trinkwasser nutzen, auf radioaktives Tritium zu untersuchen.
      Dies wäre sehr viel beweiskräftiger gewesen, als theoretische Betrachtungen, die auf der Strahlenschutzverordnung fußen, anzustellen.
    12. Es wird auch nicht erwähnt, dass die IAG keine Möglichkeit hat und hatte, Tritium radiologisch zu messen oder zu erkennen, wenn es auch in hohen Konzentrationen auf die Deponie verbracht würde.

Eher erschreckend sind die zufriedenen Äußerungen der beiden Gemeindevertreter Selmsdorfs in dem OZ Artikel.Selbst wenn die Gutachter die Schönberger „beruhigen“ kann, was daran kann Selmsdorfer Bürger/Innen beruhigen? Kein einziger Bach / Graben, der aus Richtung Deponie kommt, wurde beprobt! Warum nicht?

 Veröffentlicht von am 17:03
Apr 052017
 

Tritium auf dem Ihlenberg / Deponie außer Kontrolle?

Eine Deponie wird eingerichtet, um gefährliche Stoffe sicher dauerhaft so einzulagern, dass sie nicht in die Umwelt gelangen.
Am Beispiel des radioaktiven Tritiums kann man leicht erkennen, dass dies auf dem Ihlenberg nicht mehr gelingt. Dieser radioaktive Stoff gelangt ungehindert und nicht mehr rückholbar in die Umwelt. Es findet also eine Risikoverlagerung vom Abfallerzeuger und dessen Region in die Selmsdorfer Umwelt statt! Haben Sie auch schon gehört, radioaktives Tritium sei harmlos? Es ist zwar unbestritten, dass die Menge des zurzeit gemessenen Tritiums unterhalb der Grenzwerte der Strahlenschutzverordnung liegt. Diese Werte werden von vielen Wissenschaftlern angezweifelt, denn bei einer Reduzierung der Grenzwerte könnten z.B. Atomkraftwerke nicht mehr betrieben werden!
Seien Sie daher skeptisch und informieren Sie sich selbst. Nachfolgend die Ergebnisse unserer Recherchen.

Was ist eigentlich Tritium?

Tritium ist eines der drei Wasserstoffisotope und wird auch überschwerer Wasserstoff genannt. Tritium ist als einziges der drei Isotope radioaktiv.
Tritium kommt in drei verschiedenen chemischen Formen vor:

  • Gasförmiges Tritium (HT = Tritium Wasserstoff)
  • An organische Materie gebundenes Tritium, gefunden in Pflanzen sowie bei Mensch und Tier
    (OBT= Organically Bound Tritium)
  • Tritiiertes Wasser ist chemisch identisch mit Wasser und stärker radiotoxisch als Tritium-Gas
    (HTO = Wasserstoff-Tritium-Sauerstoff = Tritium haltiges Wasser)

Die Fakten

Vergleichswerte von Tritiumbelastungen. Quellen: (Quelle: Jahresbericht Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung
von 2006) und Messungen des Landesamtes für Umwelt Naturschutz und Geologie MV im Rahmen des §3 der Strahlenschutzverordnung 2011

  • Bereits kleine Mengen Tritium strahlen sehr intensiv. 1 gr. Tritium weist eine Aktivität von
    370.000.000.000.000. (370.000 Milliarden Bq) auf.1
  • Tritium ist vom Organismus von normalem Wasser nicht zu unterscheiden.
  • Wird Tritium vom Körper (Mensch/Tier/Pflanze) als Wasser aufgenommen, verteilt es sich im ganzen Körper und führt zu einer gleichmäßigen Strahlenbelastung des ganzen Organismus.
  • Darüber hinaus kann Tritium wie normaler Wasserstoff auch in den Strang der DNS -der Trägerin der Erbinformation – eingebaut werden. Da Wasserstoff das häufigste Element in einem DNSMolekül ist, ist es leicht vorstellbar, dass dies schwerwiegende Folgen wie Mutationen, Krebs oder Leukämie auslösen kann. 2
  • Besonders gefährdet sind schwangere Frauen, deren ungeborene Embryos, Kinder und
    immungeschwächte Menschen.

Die Gefahr besteht durch:

  • Belastung des Grundwassers, denn Tritium kann nicht gefiltert oder beseitigt werden und wird
    dadurch extrem gefährlich.
  • die Aufnahme durch die Haut
  • Verzehr von Fischen
  • Gefährdung von Tieren, die das Wasser saufen

Kann man Tritium lagern?

  • Tritium ist außerordentlich schwierig zu lagern.
  • Es entweicht durch kleinste Poren.
  • Mit Tritium verunreinigtes Wasser durchdringt Beton und bildet in Gegenwart von Luftstickstoff salpetrige Säure, die die Behältnisse zerfrisst.
  • Tritium kann nicht gefiltert werden. Es gibt daher keine Möglichkeit, Tritium sicher zu lagern.
  • Bei Arbeiten ist eine Maske als persönliche Schutzausrüstung unzureichend. Notwendig ist ein Tritium-dichter Schutzanzug und 2 Paar Schutzhandschuhe aus dickem PVC zum Wechseln alle 20 Minuten.

Was sagt die Wissenschaft?

  • Schon 1978 wurde die Wirkung von tritiiertem Wasser untersucht und eine große Bandbreite
    von Schädigungen gefunden, insbesondere hinsichtlich von Chromosomenbrüchen. (Mewissen)3 Chromosom – Träger der Erbinformation
  • 1999 wurde der Nachweis geführt, dass Tritium sehr leicht die Mitochondrien – „die Kraftwerke“- der Zelle schädigt. Bei trächtigen Mäuseweibchen, die tritiiertes Wasser getrunken hatten, war der Anteil an Nachkommen mit Zelltod im Gehirn deutlich größer.(Wang)4
  • Auch 2001 und 2003 wurde die schädigende Wirkung von Tritium (OBT)auf das Gehirn festgestellt und niedrigere Grenzwerte gefordert.(Hamby/Palmer5 und Richardson/ Dunford6
  • Eine Studie der Europäischen Kommission kommt 2007 zum Schluss, dass Tritium um den Faktor 2000-5000 fach gefährlicher ist, als bislang gedacht.7
  • Der englische Nuklearexperte Ian Fairlie hält das Tritium für die Ursache der erhöhten Leukämierate bei Kindern im Umkreis aller deutschen Atomkraftwerke8

Kann sich Tritium im Organismus anreichern?

  • Tritium hat im Vergleich zu Wasserstoff eine dreifach höhere Masse. Daher hat Tritiumwasser einen geringeren Dampfdruck und kondensiert schneller.
  • Beim Verdunsten und Kondensieren von Wasser in der Natur, was ständig vorkommt, kann es deshalb zu einer Anreicherung von Tritium in Böden kommen. Der Tritiumgehalt in pflanzlichen Assimilationsprozessen wäre dann größer als im daneben fließenden Bach.
  • Durch die höhere Masse wird auch die enzymatische Kalalyse9 beeinflusst, so dass es unter bestimmten Umständen zu einer Tritiumanreicherung in Organismen kommen kann.10
  • So wurde im Bristolkanal südlich von Wales festgestellt, dass Seezungen, Flundern und Miesmuscheln stark mit Tritium belastet waren. Während im Seewasser 100bq/l Tritium (als Vergleich: im gereinigten Sickerwasser der Deponie Ihlenberg 575bq/l) waren, fanden
    Wissenschaftler des Londoner Fischereiministeriums in Fischen und Muscheln bis zu 37800bq/kg!11
  • In Kanada gibt es Bestrebungen, die Grenzwerte für Tritium auf zunächst 20bq/l im Trinkwasser zu senken.
  • In Kalifornien liegt das angestrebte Ziel für Tritium im Trinkwasser bereits unter 15 bq/l12
  • In Colorado bei 19 bq/l
    Der Deponiebetreiber dagegen versichert die Ungefährlichkeit des radioaktiven Tritiums für Umwelt und Menschen.
    Zunächst ist der Stand der Wissenschaft, dass es keine Schwelle gibt, ab der Radioaktivität unschädlich ist. So erklärt der Greifswalder Epidemiologe und Strahlenschutzexperte Prof.Dr.med. Wolfgang Hoffmann:
    «Auch gibt es keine Dosis, die keinen Krebs auslöst – jede auch noch so geringe Dosis kann Krebs verursachen.» Das hängt mit den Reparaturfähigkeiten der Zellen zusammen, wie Hoffmann erklärte: Zellen, die durch Strahlung beschädigt worden sind, reparieren sich selbst – nur reparieren sie sich manchmal falsch, wodurch das Erbgut der Zelle falsch zusammengebaut wird und sie zu wuchern
    beginnen kann. Selbst winzigste Strahlendosen vermögen diesen Prozess auszulösen.13 Der 2011 gemessene Wert im gereinigten Sickerwasser der Deponie Ihlenberg in Höhe von 575 Bq/l liegt fast 6mal höher als es die deutsche Trinkwasserverordnung erlaubt.Der Betreiber der Deponie Ihlenberg versucht auch mit einem vorgeblichen Rückgang der Radioaktivität innerhalb von 4 Jahren auf die Hälfte zu beruhigen. Doch im Umkehrschluss würde dies auch bedeuten, dass 2007 die Radioaktivität doppelt so hoch
    gewesen sein könnte wie 2011, nämlich 1200 Bq/l und 1999 gar 4800 Bq/l usw.. Im Gegensatzzum angeblich ahnungslosen Deponiebetreiber(„uns ist es ein Rätsel, wo das Tritium herkommt“)  14 liegen der „BI Stoppt die Deponie Schönberg e.V.“ Hinweise vor, dass bereits 1982 80 Tonnen flüssige Abfälle, die radioaktives Tritium enthalten haben, welches dem hochgiftigen krebserregenden Toluol beigemischt war, angeliefert worden sind. Bei der toxikologischen Arbeitsplatzstudie, die die Deponiebetreiber durchgeführt haben, wurde nicht auf radioaktive Stoffe und nicht auf Tritium untersucht!
    Insofern ist die Sorge des Selmsdorfer und Schönberger Bürgermeisters mehr als berechtigt. Doch die Besorgnis allein reicht nicht, es muss gehandelt werden!

Was ist zu tun?

  • Jetzt müssten zunächst unabhängige Wissenschaftler prüfen, wie weit sich Radioaktivität in der Umwelt also
    • im Boden
    • in der Luft
    • im Wasser
    • in Nahrungsmittel wie Ackerpflanzen
    • in Tieren (Fische, Wild, Zuchttiere)
      angereichert hat.

      • Wasser meint in diesem Fall
        • Trinkwasser
        • Alle Oberflächengewässer, die aus Richtung Deponie nach Schönberg, Selmsdorf und Lüdersdorf fließen
        • Alle Grundwasser in den verschiedenen Grundwasserstockwerken
        • ersprochene Fortsetzung der sog. Krebsstudie der Universität Greifswald zu dem Risiko der Deponiemitarbeiter und der Bevölkerung an Krebs zu erkranken.15
        • Verbesserung der Datenlage des Krebsregisters Berlin für den Raum Selmsdorf /Schönberg / Lüdersdorf durch eine länderübergreifende verpflichtende Meldung des behandelnden Arztes von Tumorneuerkrankungen an das für den Wohnort zuständige Krebsregister16

Auf den folgenden Grafiken kann man sehr gut erkennen, wie viele Wasser-/ Quellaustritte es am Hang des Ihlenberg / Bockholzberg gibt. Würden in diesen Gewässern und im Grundwasser höhere Tritiumwerte als die Hintergrundwerte (ca.2-4 bq/l) gemessen werden, wäre eine Verbindung des Wassers mit dem Sickerwasser der Deponie nachgewiesen.

Wasseraustritte am Südwestlichen Hang des Ihlenberg © Google Maps

Wasseraustritte Südhang des Ihlenberg Richtung Schönberg © Google Maps

Wasseraustritte Nordhang des Ihlenberg Richtung Selmsdorf © Google Maps

Die Richtung Norden fließenden Gewässer münden im Selmsdorfer Gebiet in die Jabsbek (auch Kanal oder Graben genannt) und dann weiter in den Dassower See (FFH Schutzgebiet) Die in Richtung Südwesten fließenden Gewässer münden im Lüdersdorfer und Palinger Graben, die in
die Wakenitz fließen. Die nach Süden/Südost fließenden Gewässer münden in den Rupensdorfer Bach bzw. Maurine, die in die Stepenitz und dann in den Dassower See fließen. (FFH Schutzgebiete)

 Veröffentlicht von am 12:31
Mrz 022015
 

1996 wurden im Zuge eines Forschungsvorhaben des Bundes neue Messstellen außerhalb des Deponiegeländes angelegt. Mit der Auswertung und Beprobung wurden auch externe Wissenschaftler wir z.B. Dr. Gäbler vom Niedersächsischen Amt für Bodenkunde beauftragt. Dr. Gäbler wollte feststellen, ob feine sehr mobile Stoffe aus dem Deponiesickerwasser in Messstellen gefunden werden konnten, die sonst „unauffällig“ waren. Er untersuchte hier das Grundwasser mit Hilfe von Borisoptopen. Gab es Übereinstimmung zwischen Borisotopenverhältnissen des Sickerwassers mit dem Grundwasser, war von einem feinen noch ungiftigen Einfluss vom Sickerwasser auszugehen. Ein erster Bote eines möglichen Grundwasserschadens. Dr. Gäbler fand im Süden der Deponie in Richtung Schönberg gleich mehrere beeinflusste Grundwasser. Er schreibt in seinem Gutachten von einer Sickerwasserfahne.
Das Normale wäre nun gewesen, diese Pegel nun umfassend und regelmäßig zu beproben. Doch das Gutachten verschwand im Archiv des LUNG(Landesamt für Umwelt,Natur und Geologie) und wurde durch Zufall 2004 von Mitgliedern der Lübecker BI gefunden. Das damals für die Deponie zuständige Umweltministerium kannte dieses Gutachten angeblich nicht. Bei einer Anfrage stellte sich vielmehr heraus, dass diese Pegel nicht mehr beprobt wurden und abgebaut werden sollten, was aber aus Geldmangel noch nicht geschehen war. Durch den massiven Protest der BI und des BUND wurde erreicht, dass die Messstellen wieder untersucht werden, den Parameter Borisotop sucht man allerdings vergebens. So drängt sich auch hier der Verdacht auf: so genau will man es gar nicht wissen. Dabei böte die Untersuchung auf diese feinen Vorboten eines möglichen Grundwasserschaden die Chance, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um einen Schaden zu verhindern. Dies würde im übrigen auch dem Vorsorgeprinzip entsprechen. Aus unserer Sicht lässt das praktizierte Verhalten die Vermutung zu, dass eine Sanierung eines vergifteten Grundwassers gar nicht möglich wäre. Bestätigung erfährt diese These durch den seit 1996 bekannten Grundwasserschaden in 36m Tiefe am Bockholzberg, dessen Ursache von Betreiberseite immer noch nicht geklärt ist. Obgleich 2 externe Gutachter von einem Sickerwasserschaden sprechen, was angesichts einer fehlenden Basisabdichtung in großen Teilen gemäß TA Abfall und folgenden Deponieverordnungen 2002 und 2009 sehr plausibel erscheint, wird heute immer noch spekuliert, ob vielleicht Deponiegase verantwortlich sein könnten.

 Veröffentlicht von am 11:00