Mrz 022015
 

1996 wurden im Zuge eines Forschungsvorhaben des Bundes neue Messstellen außerhalb des Deponiegeländes angelegt. Mit der Auswertung und Beprobung wurden auch externe Wissenschaftler wir z.B. Dr. Gäbler vom Niedersächsischen Amt für Bodenkunde beauftragt. Dr. Gäbler wollte feststellen, ob feine sehr mobile Stoffe aus dem Deponiesickerwasser in Messstellen gefunden werden konnten, die sonst „unauffällig“ waren. Er untersuchte hier das Grundwasser mit Hilfe von Borisoptopen. Gab es Übereinstimmung zwischen Borisotopenverhältnissen des Sickerwassers mit dem Grundwasser, war von einem feinen noch ungiftigen Einfluss vom Sickerwasser auszugehen. Ein erster Bote eines möglichen Grundwasserschadens. Dr. Gäbler fand im Süden der Deponie in Richtung Schönberg gleich mehrere beeinflusste Grundwasser. Er schreibt in seinem Gutachten von einer Sickerwasserfahne.
Das Normale wäre nun gewesen, diese Pegel nun umfassend und regelmäßig zu beproben. Doch das Gutachten verschwand im Archiv des LUNG(Landesamt für Umwelt,Natur und Geologie) und wurde durch Zufall 2004 von Mitgliedern der Lübecker BI gefunden. Das damals für die Deponie zuständige Umweltministerium kannte dieses Gutachten angeblich nicht. Bei einer Anfrage stellte sich vielmehr heraus, dass diese Pegel nicht mehr beprobt wurden und abgebaut werden sollten, was aber aus Geldmangel noch nicht geschehen war. Durch den massiven Protest der BI und des BUND wurde erreicht, dass die Messstellen wieder untersucht werden, den Parameter Borisotop sucht man allerdings vergebens. So drängt sich auch hier der Verdacht auf: so genau will man es gar nicht wissen. Dabei böte die Untersuchung auf diese feinen Vorboten eines möglichen Grundwasserschaden die Chance, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um einen Schaden zu verhindern. Dies würde im übrigen auch dem Vorsorgeprinzip entsprechen. Aus unserer Sicht lässt das praktizierte Verhalten die Vermutung zu, dass eine Sanierung eines vergifteten Grundwassers gar nicht möglich wäre. Bestätigung erfährt diese These durch den seit 1996 bekannten Grundwasserschaden in 36m Tiefe am Bockholzberg, dessen Ursache von Betreiberseite immer noch nicht geklärt ist. Obgleich 2 externe Gutachter von einem Sickerwasserschaden sprechen, was angesichts einer fehlenden Basisabdichtung in großen Teilen gemäß TA Abfall und folgenden Deponieverordnungen 2002 und 2009 sehr plausibel erscheint, wird heute immer noch spekuliert, ob vielleicht Deponiegase verantwortlich sein könnten.

 Veröffentlicht von am 11:00

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