Mai 192013
 

Seid nunmehr mindestens 17 Jahren vergiftet die Deponie Ihlenberg (vormals VEB Deponie Schönberg) ein Grundwasser außerhalb des Deponiegeländes. Die Messstelle, die Grundwasser in 37 Meter unter Geländeoberkante entnimmt, liegt auf der anderen Seite der B 104 auf dem sogenannten Bockholzberg. Diese Messstelle wurde 1996 im Rahmen eines Forschungsvorhabens des Bundesministeriums für Bildung und Forschung(BMBF) angelegt und zeigte sofort schwere Belastungen mit krebserregenden Stoffen.

Im diesem Grundwasser finden sich etliche krebserregend Stoffe wie z.B. Vinylchlorid, Benzol u.v.a.m
Die Konzentration liegt etwa das 20 fache über den zulässigen Schwellenwerten. 9,6 µg/l statt 0,5 µg/l und dies offenbar mit Duldung der Behörden.
Die Überschreitungen für Vinylchlorid lassen sich grafisch verdeutlichen:


Quelle der Daten: IAG Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft Jahresübersicht 2012 Anlage 2.6. Seite 35/64 Stand 25.03.2013

Für das giftige Benzol sehen die Daten so aus:

Quelle der Daten: IAG Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft Jahresübersicht 2012 Anlage 2.6. Seite 35/64 Stand 25.03.2013

Wer eine kleine private Kläranlage oder ein Gewerbe betreibt, weiß, mit welcher Genauigkeit die Behörden auf die Einhaltung der Vorschriften achten. Bei der größten Sondermülldeponie Europas scheinen andere Regeln zu gelten, oder nur  bei landeseigenen Betrieben ?
Schon im Jahr 2000 bezeichnete der renommierte Hydrogeologe Prof. Pegdecker vor dem Umweltausschuss der Lübecker Bürgerschaft diese Vergiftung als klassisches „Leck“ und forderte damals eine umgehende Sanierung der Kontamination. Neben Prof.Pegdeker hielt  Dr. Gäbler vom Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung schon 1999 die Belastung ebenfalls vom Sickerwassser verursacht.

Die Gutachter der Deponiegesellschaft vertraten bis vor einiger Zeit die für uns haarsträubende These, dass Deponiegase  durch den hohen Gasdruck im Deponiekörper diese Kontamination verursachten,der sie in das Grundwasser drückt. Heute scheint man von Betreiberseite eher zu glauben, dass hochgiftige Deponiegase oberflächennah in den Bereich des Bockholzberges kommen und dann durch Niederschlagswasser in das 37m unter Geländeoberkante liegende Grundwasser gespült werden. Eine für uns ebenfalls nicht nachvollziebare Therorie, denn was ist bei trockenen und heißen Witterungsperioden? Bei den im Grundwasser gefundenen Giften sind auch leicht flüchtige Stoffe enthalten, die an der Luft extrem giftig und gefährlich sind.

Lage der Messstelle:

© Google

© Google 2013

 

Erinnert sei daran, dass es  erst wenige Wochen her ist, dass die Lübecker Nachrichten schrieb: beim Grundwasser sei laut Geschäftsführer der IAG alles im grünen Bereich. Weit gefehlt!
Wir fordern im übrigen seit 12 Jahren eine umfassende Sanierung des Schadens !
Es wird gerade durch die Deponiebetreiberin an einer neuen Gefahrenabschätzung gearbeitet, die wievielte mag es in dieser langen Zeit wohl sein?

Ableitung von Geringfügigkeitsschwellenwerten für das Grundwasser als PDF Datei

 Veröffentlicht von am 09:24

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