Mai 092012
 

Die Leinezeitung schreibt am 9.5.2012:

Das Ende der Asbesttransporte

Nächste Woche soll es amtlich werden: Die Halde bleibt auf dem früheren Fulguritgelände


Das war es dann wohl: Der Ab­transport der Asbestschlammhalde vom ehemaligen Fulguritgelände ist nach Informationen der Leine-Zeitung vom Tisch. Die Regions­verwaltung wird für Anfang der Wo­che zu einem Pressegespräch ein­laden und die Details erläutern.

VON ALBERT TUGENDHEIM

WUNSTORF/LUTHE. Juristen prü­fen auf Initiative der Eichriede Pro­jektgesellschaft einen Aufhebungs­vertrag für die ursprünglich geplan­ten Transporte von 170000 Tonnen Asbestrückständen. Mit diesem Vertrag ist das Ende der Transporte auf Deponien in Schleswig-Hol­stein (Rondeshagen) und Mecklenburg-Vorpommern (Schönberg) besiegelt. Hintergrund ist unter anderem die Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Schleswig.

Das Gericht hatte Ende April ei­nen Eilantrag der Transportfirma zurückgewiesen. Das vorn Verkehrsministerium des Landes aus­gesprochene Verbot der Transporte über schleswig-holsteinische Stra­ßen sei rechtmäßig, entschieden die Verwaltungsrichter. Die Richter begründeten ihren Spruch mit der Auffassung, dass nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht mit hinrei­chender Sicherheit auszuschließen sei, dass beint Transport gesund­heitsschädliche Asbestfasern frei­gesetzt werden könnten.

Gegen dieses Urteil vorzugehen, ist offenbar den beteiligten Unter­nehmen zu teuer: Der Streitwert be­ läuft sich auf eine Million Euro. Nach dem Streitwert richten sich die Kosten von Verfahren.

Im Verwaltungsausschuss des Rates ist das Thema Montagabend zur Sprache gekommen. Dabei wurde ein weiterer Aspekt bekannt, der die Transporte fast unmöglich macht. Die Deponien müssten die Frachten nur bis zum 14. Juni an­nehmen. Für die Zeit danach müss­te neu verhandelt werden.

Inzwischen sind in beiden nörd­lichen Bundesländern die Transporte längst ein Politikum gewor­den. Bürgerinitiativen haben sich dagegen gewendet. Zuletzt hatten Mitte April in Schönberg, dem De­poniestandort in Mecklenburg-Vor­pommern, etwa 60 Gegner unter der Überschrift „Die spinnen, die

Niedersachsen« den Protest öffent­lich gemacht. Dass es unter solchen Umständen zu neuen Annahmevereinbarungen kommen könnte, erscheint sehr unwahrscheinlich. Ein weiteres Problem: Die E U-Zu­schüsse, die das Gros der Kosten fir den Abtransport decken wür­den, sind nicht ohne Ende zu ver­schieben. Ursprünglich lief die Frist schon Ende vergangenen Jahres ab. Sie wurde aber verlängert, aber das gilt nicht mehr lange.

Daher bleibt wohl nur. Die Depo­nie muss an Ort und Stelle gesi­chert werden. Und die Spedition Neukirch muss die Ergänzung für ihre bestehenden modernen Logis­tikhallen anders planen. Die Erwei­terung sollte auf der Fläche der Hal­de vorgenommen werden.

Na, das wäre dann endlich die vernünftige Lösung. Wieviel Steuergelder und Vertrauen der Menschen in das Handeln von Verantwortlichen mag das gekostet haben?

 Veröffentlicht von am 13:05
Apr 272012
 

länderübergreifendes Aktionsbündnis gegen die
Asbesttransporte der FULGURIT-Asbestaltlast      
Hamburg, den 26.04.2012
Gericht bestätigt Verbot der Asbestabfalltransporte
Die erneute gerichtliche Bestätigung zum Verbot der Asbesttransporte ist ein Erfolg der länderübergreifenden Umweltbewegung und sollte zum Anlass genommen werden, die Bedingungen zur Finanzierung der Räumung der Altlast Fulgurit in Hannover Wunstorf-Luthe kritisch zu hinterfragen. Es kann und darf nicht sein, dass der größte Sondermülltransport quer durch Norddeutschland bereits zum 2. Male gerichtlich festgestellt Menschen gefährden
kann und dieses Vorhaben auch noch durch die EU mittels Steuergelder gefördert werden soll.
Nach Hannover-Lahe und Deetz in Brandenburg ist dies das 3. Scheitern eines zweifelhaften Verfahrens, das eher darauf abzielt, jahrzehntelanges Fehlverhalten einer nicht wahrgenommenen FULGURIT Altlastensicherung der Behörden Niedersachsens zu vertuschen und diese durch Räumung der Asbesthalde ungeschehen machen zu wollen.
Tatsache ist, dass die von der Region vorgetragenen Argumente zur Verlagerung der Asbestaltlast, wie die Grundwassergefährdung nach 100 Jahren nach Gründung der Firma Fulgurit nicht zunehmen, sondern laut Messungen kontinuierlich abnehmen und nach Prüfung von Gutachtern keine Gefährdung des Trinkwassers besteht. Als 2. Argument wird die Nutzbarmachung einer Industriebrache herangezogen, zum zwingend benötigten Ausbauder Spedition Neukirch. Dass diese vor Jahren an einer Insolvenz entlang schrammte, sich seit dem eher verkleinert und leer stehenden Lagerhallen auf dem Speditionsgrundstück zur Vermietung angeboten werden, bestätigt die Aussage, dass diese Argumente lediglich vorgeschoben werden, um Steuergelder zur Räumung zu erhalten.
Leider ist zu befürchten, dass die Behörden in Niedersachsen sich genauso beratungsresistent zeigen werden, wie bereits in den Jahren zuvor. Deshalb ist ein Einschreiten der Landesregierung gefordert, um endlich diesem unwürdigen Drama mit überforderten
Akteuren ein baldiges Ende zu bereiten, in dem die Asbesthalde vor Ort verbleibt und zum Wohl der Bevölkerung schnellstmöglich gesichert wird.
V.i.S.d.P.: Klaus Koch, Sprecher des länderübergreifenden Aktionsbündnis gegen die
Asbesttransporte der FULGURIT-Asbestaltlast aus Wunstorf-Luthe
Umweltnetzwerk
– Büro für Umweltfragen
D-21029 Hamburg
Wetteringe 8
Fon: 0049-40-599 811
Mobil: 0049-173-63 222 30
Email: umweltnetzwerk@vodafone.de
Anlagen: 1. Spedition Neukirch vermietet Lagerräume in Wunstorf
(Bildquelle: Rüdiger Hergt / Wunstorf 2012)
2. Grafik: neugeplantes Industriegebiet direkt neben dem
Fulguritglände / Wunstorf (Karten-Quelle: Google)